Saisonal essen im Oktober: Gut für Küche, Klima und Geldbeutel

Lesedauer: 4 Minuten

Oktober zwischen Erntedank und Halloween

Der Oktober ist nicht nur ein Monat der Ernte, sondern auch reich an Traditionen. Anfang des Monats wird vielerorts wieder Erntedank gefeiert. Das Fest erinnert daran, dass Lebensmittel nicht selbstverständlich und dass zahlreiche Menschen an ihrer Erzeugung beteiligt sind. Traditionell wird mit Obst, Gemüse, Getreide und Brot geschmückt.
Nur wenige Wochen später sieht man dann Kürbisse, Laternen und Halloween-Dekorationen. Ursprünglich wurden in Irland und anderen Regionen ausgehöhlte Rüben als Laternen verwendet. Erst später wurden diese durch Kürbisse ersetzt.
Interessant ist, dass es auch im Saarland und anderen Regionen Südwestdeutschlands ähnliche Herbstbräuche gab. Die sogenannten „Rummelbooze“, geschnitzte Rübengeister, wurden früher zur Erntezeit vor die Haustür oder auf die Fensterbank gestellt. Damit zeigt sich, dass Herbst, Ernte und Lichterbräuche in unserer Region eine lange Tradition haben und es bei uns mit den „Rummelboozen“ auch schon „Halloween-Kürbisse“ gab.

Was liefert uns die Natur im Herbst?

Heimisches Obst und Gemüse liefert wertvolle Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe. Im Herbst werden robuste Gemüsesorten wie z.B. Kürbis, Kohl, Rote Bete, Lauch und Pastinaken geerntet. Viele davon enthalten unter anderem Beta-Carotin, Vitamin B und C sowie verschiedene Mineralstoffe.
Eine abwechslungsreiche Auswahl an saisonalem Gemüse trägt dazu bei, den Körper mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen.
Unsere Vorfahren folgten ohne weiter darüber nachzudenken dem natürlichen Angebot der Jahreszeiten und brachten somit ganz automatisch Abwechslung in die Ernährung. Auch bei meinen Ur-/ Großeltern kamen im Herbst lagerfähige und nährstoffreiche Lebensmittel auf den Tisch, die sich gut für die kalte Jahreszeit eigneten.

Was hat im Oktober Saison?

Im Oktober kommen noch viele Obst- und Gemüsesorten direkt vom Feld. Dazu gehören:

Kürbisse
Jetzt beginnt die große Kürbiszeit. Ob Hokkaido, Butternut oder Muskatkürbis. Sie eignen sich für Suppen, Ofengerichte sowie Aufläufe und lassen sich gut lagern.

Wurzelgemüse
Rote Bete, Pastinaken, Möhren, Sellerie und Steckrüben gehören zu den klassischen Herbstgemüsen. Sie liefern wertvolle Ballaststoffe und eignen sich hervorragend für Eintöpfe oder Ofengemüse.

Äpfel und Birnen
Viele heimische Sorten werden jetzt geerntet. Frisch vom Baum, als Kompott oder im Kuchen sind sie ein fester Bestandteil der Herbstküche.

Kohlsorten
Weißkohl, Rotkohl, Wirsing, Rosenkohl und Spitzkohl haben jetzt auch Saison. Kohl gibt es schon seit dem 12. Jahrhundert und gilt als wichtiges Wintergemüse. Er lässt sich einfach und vielfältig zubereiten.

Saisonales Essen und die Ökobilanz

Viele saisonale Lebensmittel wachsen ohne beheizte Gewächshäuser und müssen nicht über weite Strecken transportiert werden. Dadurch kann ihr ökologischer Fußabdruck geringer ausfallen als bei Produkten, die außerhalb der Saison importiert werden.
Besonders Obst und Gemüse, die mit dem Flugzeug geliefert werden oder aus stark beheizten Gewächshäusern stammen, schneiden häufig schlechter ab als saisonale Produkte aus regionalem Anbau. Ein heimischer Kürbis, ein regional geernteter Kohlkopf oder eingelagertes Wurzelgemüse haben somit häufig eine günstigere Klimabilanz als Ware, die über weite Strecken transportiert werden muss.

Einfacher Einstieg in den Alltag

Der Kauf regionaler Produkte oder ein Besuch auf dem Wochenmarkt kann als Inspiration dienen und neue Ideen für Gerichte liefern. Statt ganzjährig dieselben Produkte in den Einkaufswagen zu legen, lohnt es sich, das Angebot der jeweiligen Jahreszeit zu beachten. Hier ein paar einfache Ideen für Deinen nächsten Einkauf:

  • Auf regionale Produkte achten,
  • einen Kürbis für mehrere Mahlzeiten verwenden,
  • Äpfel und Birnen als saisonalen Snack wählen,
  • Reste einkochen oder einfrieren.

Wie man sich früher auf den Winter vorbereitete

Für unsere Großeltern und Urgroßeltern war das „saisonale Einkaufen“ selbstverständlich und Vorbereitung auf den Winter. Vieles kam aus dem heimischen Garten.

Im Herbst wurde eingelagert, was die Ernte brachte:

  • Kartoffeln kamen in den Keller,
  • Äpfel wurden in Kisten gelagert,
  • Kohl zu Sauerkraut verarbeitet,
  • Birnen, Zwetschgen und Äpfel eingekocht,
  • Wurzelgemüse in kühlen Vorratsräumen aufbewahrt.

Damals bestimmte der Jahresverlauf, was auf den Tisch kam. Der Wintervorrat war notwendiger Teil des Alltags, da es keine Supermärkte gab, in denen das ganze Jahr alles und zu jeder Zeit eingekauft werden konnte.

Ein Blick ins Saarland

Auch im Saarland prägen Obstwiesen, Gärten, Streuobstbestände und landwirtschaftliche Betriebe die herbstliche Landschaft. Auf Wochenmärkten und bei Bauern kann man jetzt häufig regionale Äpfel, Birnen, Kürbisse und verschiedene Kohlsorten in größeren Mengen als Vorrat kaufen. Ein Spaziergang über einen Wochenmarkt zeigt, wie reichhaltig die Auswahl im Oktober noch ist.
Gerade die traditionelle saarländische Küche kennt viele Gerichte, die auf lagerfähigen Herbstgemüsen basieren. Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass regionale Zutaten vielseitig verwendet werden können. Bekannte Kartoffelgerichte, wie Grumbeerkichelcher (Kartoffelpuffer), Schales, Gefillde (mit Hackfleisch oder Leberwurst gefüllte Klöße) und natürlich die Grumbeersupp (Kartoffelsuppe) sind fester Bestandteil der traditionellen saarländischen Küche.

Fazit

Saisonal kochen ist eine einfache Möglichkeit, frische Lebensmittel zu genießen, regionale Betriebe zu unterstützen und die Umwelt zu entlasten. Gleichzeitig können diese Produkte helfen, die Haushaltskasse zu schonen, da sich viele Lebensmittel jetzt gut lagern oder auf Vorrat verarbeiten lassen. Wer sich an den natürlichen Erntezeiten orientiert, entdeckt neue Zutaten, bringt mehr Abwechslung in die Küche und lässt ganz nebenbei alte Traditionen wieder aufleben.

Quelle/n: Eigene Erfahrungen und eigene Recherchen aus öffentlich zugänglichen Informationen zu saisonalen Lebensmitteln und regionaler Ernährung

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