🍟PFAS in Airfryern: Risiken, sichere Alternativen und neue EU‑Regeln ab 2026

Lesezeit: 4 Minuten

PFAS in Airfryern: Was Untersuchungen zeigen und worauf Du beim Kauf achten solltest

Airfryer gelten als praktische, energiesparende KĂŒchenhelfer. Doch immer hĂ€ufiger taucht die Frage auf: Sind in den GerĂ€ten PFAS enthalten? Und wenn ja, wie riskant ist das? Neue Untersuchungen und EU‑Regelungen zeigen, dass das Thema relevanter wird, als viele denken.

Was sind PFAS – und warum sind sie problematisch?

PFAS (per‑ und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind synthetische Chemikalien, die wegen ihrer wasser‑, fett‑ und hitzeabweisenden Eigenschaften in unzĂ€hligen Produkten eingesetzt werden, u.a. in Antihaftbeschichtungen von Kochgeschirr und Airfryern.
Sie gelten als „Ewigkeitschemikalien“, weil sie extrem stabil sind, sich in Umwelt und Organismen anreichern und mit gesundheitlichen Risiken in Verbindung gebracht werden. Dazu zĂ€hlen laut internationalen Bewertungen:

  • mögliche Leber‑ und NierenschĂ€den
  • BeeintrĂ€chtigung des Immunsystems
  • Fortpflanzungs‑ und Entwicklungsstörungen
  • bestimmte Krebsarten

Was sagen aktuelle Untersuchungen zu PFAS in KochgerÀten?

1. Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH), 2025: Hohe PFAS‑Belastung in Antihaft‑Pfannen
Die VZHH fand in 4 von 6 untersuchten Pfannen hohe Mengen organischer Fluorverbindungen, ohne dass dies auf der Verpackung deklariert war.
Besonders kritisch: Viele Produkte werben mit „PFOA‑frei“, obwohl andere PFAS weiterhin enthalten sein können.
Aus diesem Grund wird eine Kennzeichnungspflicht und einen vollstÀndigen Ausstieg aus PFAS in Kochgeschirr gefordert.

2. Verein fĂŒr Konsumenteninformation (VKI) (2025): PFAS in Alltagsprodukten
Der österreichische VKI untersuchte 229 Produkte aus verschiedenen Kategorien, darunter auch Airfryer. Das Ergebnis:

  • 30 % der Produkte enthielten PFAS
  • 20 Produkte ĂŒberschritten bereits geltende Grenzwerte
  • 27 Produkte ĂŒberschritten die strengeren Grenzwerte, die ab Januar 2026 gelten
  • PFAS wurden teils als organischer Fluor, teils als spezifische PFAS nachgewiesen

Daraus kann man schließen: Airfryer können PFAS enthalten, vor allem, wenn sie antihaftbeschichtete Körbe oder EinsĂ€tze besitzen.

Wie gefÀhrlich sind PFAS in Airfryern wirklich?

Viele Airfryer nutzen:

  • PTFE‑Beschichtungen
  • PFAS‑haltige Emulgatoren in der Produktion
  • fluorierte Kunststoffe in Dichtungen oder Bauteilen

PTFE (Teflon) gehört auch zu den PFAS, wÀre aber nicht automatisch ein Risiko.
Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) bewertet diese Stoffe wie folgt:
PTFE‑Beschichtungen wĂ€ren bei normaler Nutzung gesundheitlich unbedenklich, solange sie nicht ĂŒberhitzt wĂŒrden.
Kritisch wird es ab 360 °C, dann zersetzt sich die Beschichtung und es können auch giftige DÀmpfe austreten.
Da Airfryer meist nurTemperaturen zwischen 150–200 °C erreichen, bleibt man aber unterhalb dieser Schwelle.

Die VKI‑Daten zeigen, dass auch jenseits von PTFE PFAS in Produkten vorkommen können.

Was bedeutet das fĂŒr den Gebrauch?

  • Überhitzung vermeiden
  • BeschĂ€digte Beschichtungen umgehend austauschen
  • Keine leeren Körbe aufheizen

Welche bessere Alternativen gibt es?

1. Airfryer ohne Antihaftbeschichtung (Edelstahl‑Körbe)

Vorteile:

  • komplett PFAS‑frei
  • langlebig
  • hitzestabil

Nachteile:

  • Speisen können leichter anhaften
  • Reinigung etwas aufwendiger

2. Keramikbeschichtete Airfryer

Vorteile:

  • PFAS‑frei
  • gute Antihaftwirkung

Nachteile:

  • Keramik kann mit der Zeit an Antihaftleistung verlieren
  • Manche Hersteller verwenden Hybrid-Beschichtungen, die bedenkliche Hilfsstoffe enthalten

3. Glas‑ oder Edelstahl‑Innenraum (beste Alternative)

Vorteile:

  • keine Beschichtungen
  • sehr langlebig

Nachteile:

  • meist teurer
  • weniger Auswahl

Worauf beim Kauf eines Airfryers achten?

1. Materialangaben prĂŒfen

  • „PTFE‑frei“ oder „PFAS‑frei“ ist ein gutes Zeichen
  • Vorsicht bei „PFOA‑frei“ – das sagt wenig aus

2. Herstellerangaben hinterfragen

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, gezielt nachzufragen, welche Beschichtungen verwendet werden. Viele Hersteller geben diese Informationen allerdings nur auf Nachfrage heraus.

3. Temperaturverhalten beachten

  • GerĂ€te mit sehr schnellen Heizspulen können Beschichtungen stĂ€rker belasten
  • Airfryer mit Edelstahlkörben sind robuster

4. Preis und „SchnĂ€ppchen“ kritisch betrachten

Die VZHH beobachtete, dass PFAS‑haltige Produkte vor möglichen Verboten oft aggressiv rabattiert werden.

Am 12. Januar 2026 hat die EU‑Kommission die neuen PFAS‑Schutzmaßnahmen offiziell bekanntgegeben

Die rechtliche Grundlage ist die EU‑Trinkwasserrichtlinie (EU) 2020/2184, und sie sieht Folgendes vor:

  • Ab 12. Januar 2026 gelten EU‑weit verbindliche PFAS‑Grenzwerte im Trinkwasser.
  • Die Mitgliedstaaten mĂŒssen PFAS systematisch ĂŒberwachen und bei Überschreitungen sofort Maßnahmen ergreifen.
  • FĂŒr die vollstĂ€ndige technische Umsetzung (z. B. Filteranlagen, Monitoring‑Systeme) gilt eine Übergangsfrist bis 2028.

Damit beginnt 2026 eine neue Phase der PFAS‑Regulierung in Europa, mit klaren Grenzwerten und strengeren Vorgaben fĂŒr WasserqualitĂ€t und Verbraucherschutz.

Fazit

Airfryer werden nicht direkt als gefĂ€hrlich eingestuft, aber es fehlt aktuell noch an der notwendigen Transparenz und fĂŒhrt damit zu Unsicherheiten.

Airfryer können PFAS enthalten, mĂŒssen aber nicht. Die grĂ¶ĂŸte Herausforderung ist die mangelnde Kennzeichnung. Verbraucherinnen und Verbraucher erfahren oft nicht, welche Beschichtungen tatsĂ€chlich verwendet werden.
Bei der Nutzung ist unbedingt darauf achten , dass es zu keiner Überhitzung kommt und beschĂ€digte Körbe umgehend ausgetauscht werden.

Wer sich ein GerÀt neu kaufen oder seinen alten Airfryer austauschen möchte, wÀre mit

  • einem Airfryer aus Edelstahl
  • einem keramikbeschichtetem Modell (ohne bedenkliche ZusĂ€tze)
  • einem GerĂ€t mit klarer PFAS‑freier Deklaration

auf der sicheren Seite.

Mit den neuen EU‑Regeln und dem möglichen PFAS‑Verbot dĂŒrfte sich der Markt in den kommenden Jahren deutlich verĂ€ndern, hoffentlich zu mehr Transparenz und sichereren Materialien.

Quelle/n:
– Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH)
– Verein fĂŒr Konsumenteninformation (VKI)
– Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR)

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