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PFAS in Airfryern: Was Untersuchungen zeigen und worauf Du beim Kauf achten solltest
Airfryer gelten als praktische, energiesparende KĂŒchenhelfer. Doch immer hĂ€ufiger taucht die Frage auf: Sind in den GerĂ€ten PFAS enthalten? Und wenn ja, wie riskant ist das? Neue Untersuchungen und EUâRegelungen zeigen, dass das Thema relevanter wird, als viele denken.
Was sind PFAS â und warum sind sie problematisch?
PFAS (perâ und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind synthetische Chemikalien, die wegen ihrer wasserâ, fettâ und hitzeabweisenden Eigenschaften in unzĂ€hligen Produkten eingesetzt werden, u.a. in Antihaftbeschichtungen von Kochgeschirr und Airfryern.
Sie gelten als âEwigkeitschemikalienâ, weil sie extrem stabil sind, sich in Umwelt und Organismen anreichern und mit gesundheitlichen Risiken in Verbindung gebracht werden. Dazu zĂ€hlen laut internationalen Bewertungen:
- mögliche Leberâ und NierenschĂ€den
- BeeintrÀchtigung des Immunsystems
- Fortpflanzungsâ und Entwicklungsstörungen
- bestimmte Krebsarten
Mehr zu PFAS und der Verwendung in Alltagsprodukten findest Du hier: PFAS im Alltag – Zahnseide im Test.â
Was sagen aktuelle Untersuchungen zu PFAS in KochgerÀten?
1. Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH), 2025: Hohe PFASâBelastung in AntihaftâPfannen
Die VZHH fand in 4 von 6 untersuchten Pfannen hohe Mengen organischer Fluorverbindungen, ohne dass dies auf der Verpackung deklariert war.
Besonders kritisch: Viele Produkte werben mit âPFOAâfreiâ, obwohl andere PFAS weiterhin enthalten sein können.
Aus diesem Grund wird eine Kennzeichnungspflicht und einen vollstÀndigen Ausstieg aus PFAS in Kochgeschirr gefordert.
2. Verein fĂŒr Konsumenteninformation (VKI) (2025): PFAS in Alltagsprodukten
Der österreichische VKI untersuchte 229 Produkte aus verschiedenen Kategorien, darunter auch Airfryer. Das Ergebnis:
- 30 % der Produkte enthielten PFAS
- 20 Produkte ĂŒberschritten bereits geltende Grenzwerte
- 27 Produkte ĂŒberschritten die strengeren Grenzwerte, die ab Januar 2026 gelten
- PFAS wurden teils als organischer Fluor, teils als spezifische PFAS nachgewiesen
Daraus kann man schlieĂen: Airfryer können PFAS enthalten, vor allem, wenn sie antihaftbeschichtete Körbe oder EinsĂ€tze besitzen.
Wie gefÀhrlich sind PFAS in Airfryern wirklich?
Viele Airfryer nutzen:
- PTFEâBeschichtungen
- PFASâhaltige Emulgatoren in der Produktion
- fluorierte Kunststoffe in Dichtungen oder Bauteilen
PTFE (Teflon) gehört auch zu den PFAS, wÀre aber nicht automatisch ein Risiko.
Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) bewertet diese Stoffe wie folgt:
PTFEâBeschichtungen wĂ€ren bei normaler Nutzung gesundheitlich unbedenklich, solange sie nicht ĂŒberhitzt wĂŒrden.
Kritisch wird es ab 360 °C, dann zersetzt sich die Beschichtung und es können auch giftige DÀmpfe austreten.
Da Airfryer meist nurTemperaturen zwischen 150â200 °C erreichen, bleibt man aber unterhalb dieser Schwelle.
Die VKIâDaten zeigen, dass auch jenseits von PTFE PFAS in Produkten vorkommen können.
Was bedeutet das fĂŒr den Gebrauch?
- Ăberhitzung vermeiden
- BeschÀdigte Beschichtungen umgehend austauschen
- Keine leeren Körbe aufheizen
Welche bessere Alternativen gibt es?
1. Airfryer ohne Antihaftbeschichtung (EdelstahlâKörbe)
Vorteile:
- komplett PFASâfrei
- langlebig
- hitzestabil
Nachteile:
- Speisen können leichter anhaften
- Reinigung etwas aufwendiger
2. Keramikbeschichtete Airfryer
Vorteile:
- PFASâfrei
- gute Antihaftwirkung
Nachteile:
- Keramik kann mit der Zeit an Antihaftleistung verlieren
- Manche Hersteller verwenden Hybrid-Beschichtungen, die bedenkliche Hilfsstoffe enthalten
3. Glasâ oder EdelstahlâInnenraum (beste Alternative)
Vorteile:
- keine Beschichtungen
- sehr langlebig
Nachteile:
- meist teurer
- weniger Auswahl
Worauf beim Kauf eines Airfryers achten?
1. Materialangaben prĂŒfen
- âPTFEâfreiâ oder âPFASâfreiâ ist ein gutes Zeichen
- Vorsicht bei âPFOAâfreiâ â das sagt wenig aus
2. Herstellerangaben hinterfragen
Die Verbraucherzentrale empfiehlt, gezielt nachzufragen, welche Beschichtungen verwendet werden. Viele Hersteller geben diese Informationen allerdings nur auf Nachfrage heraus.
3. Temperaturverhalten beachten
- GerÀte mit sehr schnellen Heizspulen können Beschichtungen stÀrker belasten
- Airfryer mit Edelstahlkörben sind robuster
4. Preis und âSchnĂ€ppchenâ kritisch betrachten
Die VZHH beobachtete, dass PFASâhaltige Produkte vor möglichen Verboten oft aggressiv rabattiert werden.
Am 12. Januar 2026 hat die EUâKommission die neuen PFASâSchutzmaĂnahmen offiziell bekanntgegeben
Die rechtliche Grundlage ist die EUâTrinkwasserrichtlinie (EU) 2020/2184, und sie sieht Folgendes vor:
- Ab 12. Januar 2026 gelten EUâweit verbindliche PFASâGrenzwerte im Trinkwasser.
- Die Mitgliedstaaten mĂŒssen PFAS systematisch ĂŒberwachen und bei Ăberschreitungen sofort MaĂnahmen ergreifen.
- FĂŒr die vollstĂ€ndige technische Umsetzung (z.âŻB. Filteranlagen, MonitoringâSysteme) gilt eine Ăbergangsfrist bis 2028.
Damit beginnt 2026 eine neue Phase der PFASâRegulierung in Europa, mit klaren Grenzwerten und strengeren Vorgaben fĂŒr WasserqualitĂ€t und Verbraucherschutz.
Wie sich bewusste Kaufentscheidungen im Alltag auswirken, habe ich hier beschrieben: Nachhaltiger konsumieren â ohne Stress.
Fazit
Airfryer werden nicht direkt als gefĂ€hrlich eingestuft, aber es fehlt aktuell noch an der notwendigen Transparenz und fĂŒhrt damit zu Unsicherheiten.
Airfryer können PFAS enthalten, mĂŒssen aber nicht. Die gröĂte Herausforderung ist die mangelnde Kennzeichnung. Verbraucherinnen und Verbraucher erfahren oft nicht, welche Beschichtungen tatsĂ€chlich verwendet werden.
Bei der Nutzung ist unbedingt darauf achten , dass es zu keiner Ăberhitzung kommt und beschĂ€digte Körbe umgehend ausgetauscht werden.
Wer sich ein GerÀt neu kaufen oder seinen alten Airfryer austauschen möchte, wÀre mit
- einem Airfryer aus Edelstahl
- einem keramikbeschichtetem Modell (ohne bedenkliche ZusÀtze)
- einem GerĂ€t mit klarer PFASâfreier Deklaration
auf der sicheren Seite.
Mit den neuen EUâRegeln und dem möglichen PFASâVerbot dĂŒrfte sich der Markt in den kommenden Jahren deutlich verĂ€ndern, hoffentlich zu mehr Transparenz und sichereren Materialien.
Weitere faktenbasierte BeitrÀge rund um Umwelt und Alltag gibt es in der Kategorie Daten & Fakten.
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Quelle/n:
– Verbraucherzentrale Hamburg (VZHH)
– Verein fĂŒr Konsumenteninformation (VKI)
– Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR)
