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Buntspecht (Dendrocopos Major) â PortrĂ€t eines vielseitigen Waldvogels
Der Buntspecht gehört mit zu den vertrautesten Vogelarten unserer WĂ€lder. Man hört ihn oft, bevor man ihn sieht. Sein Trommeln trĂ€gt weit durch die Baumkronen, sein schwarzâweiĂes Gefieder mit dem roten Akzent sieht man schon von weitem.
Er ist in Deutschland die am hĂ€ufigsten vorkommende Spechtart und ein vertrauter Bewohner naturnaher WĂ€lder, Parks und GĂ€rten. Seine schwarzâweiĂe Zeichnung mit der roten Unterschwanzdecke macht ihn unverwechselbar. MĂ€nnchen tragen zusĂ€tzlich einen roten Nackenfleck, wĂ€hrend Weibchen dort schwarz bleiben.
Auch im Saarland ist der Buntspecht ein hĂ€ufiger Brutvogel und in nahezu allen Waldlandschaften anzutreffen. Seine AnpassungsfĂ€higkeit, sein breites Nahrungsspektrum und seine Rolle als Höhlenbauer machen ihn zu einer wichtigen Art in naturnahen Ăkosystemen.
Mehr zu naturnahen LebensrÀumen findest Du in meinen BeitrÀgen zu Garten
Aussehen und Kennzeichen
- KörperlĂ€nge: 22â23âŻcm, Spannweite: 34â39âŻcm
- SchwarzâweiĂes Gefieder, rote Unterschwanzdecke
- MĂ€nnchen: roter Nackenfleck
- Jungvögel: roter Scheitel
- Wellenflug und krÀftige Kletterbewegungen am Stamm
Buntspecht am Futterkasten â kurzer Naturmoment
Ein kurzer Clip aus meinem Garten: Ein Buntspecht besucht den Futterkasten. Die Aufnahme zeigt einen typischen Moment aus dem FrĂŒhjahr.
Verbreitung und Bestand â Fokus Saarland
Der Buntspecht ist in ganz Eurasien verbreitet und in Mitteleuropa ein typischer Standvogel.
Das Saarland gehört mit ca. 33âŻ% Waldanteil zu den waldreichsten BundeslĂ€ndern â ideale Bedingungen fĂŒr Spechte. Der Buntspecht gilt hier als hĂ€ufiger Brutvogel, die Vorkommen sind stabil bis leicht zunehmend, mit einem Bestand von etwa 8.000â12.000 Brutpaaren.
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Besonders hÀufig ist er in:
- Saarpfalz-Kreis (LaubwÀlder, Streuobst)
- Landkreis St. Wendel (MischwÀlder, BachtÀler)
- Regionalverband SaarbrĂŒcken (Saarkohlenwald, StadtwĂ€lder)
- Saarlouis & Merzig-Wadern (AuwÀlder, alte Eichen-Buchen-BestÀnde)
Auch in unseren StĂ€dten wie SaarbrĂŒcken, Neunkirchen oder Homburg ist er regelmĂ€Ăig zu beobachten, ĂŒberwiegend in alten Park- und GartenbestĂ€nden.
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Lebensraum
Der Buntspecht ist anpassungsfÀhig und man findet ihn in:
- Laubâ und MischwĂ€ldern
- NadelwÀldern
- Parks, Streuobstwiesen, groĂe GĂ€rten
- Siedlungsbereiche mit alten BĂ€umen
Er benötigt vor allem Totholz, das Nahrung und Höhlenstandorte bietet.
Wie in anderen BundeslÀndern wird auch im Saarland zunehmend beobachtet, dass Buntspechte gedÀmmte Fassaden anfliegen und als Höhlenersatz nutzen.
Nahrung
Der Buntspecht verfĂŒgt ĂŒber ein breites Nahrungsspektrum:
- holzbewohnende Insekten und Larven
- Samen und NĂŒsse (besonders im Winter)
- Beeren und BaumsÀfte
- gelegentlich Eier oder Jungvögel kleinerer HöhlenbrĂŒter
Typisch sind die Spechtschmieden, in denen er Zapfen oder NĂŒsse fixiert, um sie aufzuhĂ€mmern. Im Winter sehe ich Spechte in meinem Garten auch oft an Meisenknödeln hĂ€ngen.
Laute und Verhalten
- scharfer Warnruf
- weichere in der Balz
- Trommeln zur Revierabgrenzung und Partnersuche
- Nutzung von Resonanzkörpern wie zum Beispiel hohle Ăste
Der Buntspecht ist tagaktiv, ĂŒbernachtet meist in Höhlen und zeigt verschiedene Flugtechniken wie Gleitâ oder Spiralkreisflug.
Fortpflanzung
- Höhlenbau ab SpÀtwinter
- Eiablage: ab Mitte April
- Gelege: 5â7 weiĂe Eier
- Brutdauer: 11â13 Tage
- Nestlingszeit: 3â4 Wochen
- Beide Eltern fĂŒttern; bei Zweitbruten oft ĂŒberwiegend das MĂ€nnchen
Ăkologische Bedeutung
NABU, LBV und BUND betonen die Rolle des Buntspechts als SchlĂŒsselart:
- Er schafft Höhlen, die spÀter von Meisen, Kleibern, FledermÀusen oder SiebenschlÀfern genutzt werden.
- Durch das Hacken fördert er die Zersetzung von Totholz.
- Er zeigt strukturreiche, naturnahe WĂ€lder an â ein wichtiges Kriterium im Naturschutz.
Beobachtung
Von April bis Mai ist der Buntspecht besonders gut zu beobachten, wenn die Altvögel ihre Jungen fĂŒttern. Fast flĂŒgge gewordene Jungvögel machen sich durch laute Bettelrufe aus dem Höhlenloch bemerkbar.
Fazit fĂŒr unseren Naturgarten
Der Buntspecht ist einer der Vögel, die zeigen, wie wertvoll naturnahe Strukturen fĂŒr die Tierwelt sind. Wenn alte BĂ€ume stehen bleiben dĂŒrfen, Totholz nicht entfernt wird und Hecken nicht aufgerĂ€umt werden, findet er dort Nahrung, Höhlen und RĂŒckzugsorte. Man kann ihm auch in unseren NaturgĂ€rten ein kleines StĂŒck Lebensraum bieten. Alte ObstbĂ€ume, abgestorbene Ăste, eine âwilde Eckeâ oder Futterquellen im Winter, wobei er sich auch im FrĂŒhjahr und Sommer gerne an meinen FutterhĂ€uschen bedient đ. Der Buntspecht ist damit nicht nur ein Bewohner unserer WĂ€lder, sondern auch ein Botschafter fĂŒr mehr NatĂŒrlichkeit im Garten. Wenn man der Natur ein wenig Raum lĂ€sst, dann lĂ€sst sich auch auf kleinen FlĂ€chen etwas einrichten.
Quelle/n:
NABU, LBV und BUND
