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Warum die in 2024 veröffentlichte Forschung im Januar 2026 wieder für Schlagzeilen sorgt
Im Januar 2026 berichten viele Medien erneut über mögliche Gesundheitsrisiken durch Lebensmittelzusatzstoffe. Anlass dafür sind zwei französische Studien, die zwar bereits 2024 im British Medical Journal (BMJ) und in Nature Communications erschienen sind, aber aktuell durch neue politische Diskussionen und Bewertungen der europäischen Behörden wieder zum Gesprächsthema werden.
1️⃣ BMJ‑Studie (2024): Zusatzstoffe & Krebsrisiko
Titel: Food additive exposure and cancer risk in the NutriNet‑Santé cohort Journal: The BMJ, Januar 2024 DOI: 10.1136/bmj‑2023‑078255
Worum ging es?
Die Forschenden analysierten die Aufnahme von 61 Lebensmittelzusatzstoffen bei über 100.000 Erwachsenen.
Zentrale Ergebnisse
Besonders auffällig waren:
– Nitrite & Nitrate (E249–E252)
- Signifikante Zusammenhänge mit Magen‑, Brust‑ und Prostatakrebs
- Risiko besonders erhöht bei nitritgepökeltem Fleisch
– Emulgatoren (z. B. E433, E466)
- Hinweise auf Störungen der Darmbarriere
- Potenzielle Förderung chronischer Entzündungen
Einordnung
Die Studie zeigt statistische Zusammenhänge, aber keine direkte Kausalität. Trotzdem sind die Ergebnisse robust und wissenschaftlich relevant.
2️⃣ Nature Communications‑Studie (2024): Zusatzstoffe & Typ‑2‑Diabetes
Titel: Food additive exposure and type 2 diabetes risk in the NutriNet‑Santé cohort Journal: Nature Communications, Januar 2024 DOI: 10.1038/s41467‑023‑44413‑w
Worum ging es?
Hier wurden 187 Zusatzstoffe untersucht, insbesondere Konservierungsstoffe, Süßstoffe und Emulgatoren.
Zentrale Ergebnisse
- Nitrite standen erneut im Fokus
- Höheres Risiko für Typ‑2‑Diabetes bei hoher Nitritaufnahme
- Einige Süßstoffe zeigten ebenfalls auffällige Zusammenhänge
- Emulgatoren könnten Stoffwechselprozesse beeinflussen
Einordung
Die Forschenden beobachteten reale Ernährungsgewohnheiten über viele Jahre. Es wurden Zusammenhänge festgestellt, aber Ursache‑Wirkung‑Beziehungen konnten nicht bewiesen werden.
Warum die Studien 2026 wieder relevant sind
Obwohl die Publikationen aus 2024 stammen, werden sie jetzt wieder breit diskutiert, weil
- EU‑Behörden (z. B. EFSA) neue Bewertungen vorbereiten
- Politische Debatten über strengere Regeln für Nitrite laufen
- Medien die Ergebnisse erneut aufgreifen
- Verbraucherschutzorganisationen die Studien als Argumentationsgrundlage nutzen
Bereits vorliegende wissenschaftliche Erkenntnisse werden oft erst Jahre später politisch oder gesellschaftlich (wieder) relevant.
Was bedeutet das für Verbraucher/innen?
Sinnvolle Empfehlungen
- Verarbeitete Fleischprodukte reduzieren
- Zutatenlisten prüfen (E250–E252)
- Emulgatoren in Fertigprodukten im Blick behalten
- Mehr frische, unverarbeitete Lebensmittel essen
Fazit: Die Studien beweisen nicht, dass Zusatzstoffe direkt Krankheiten verursachen. Sie zeigen aber konsistente Hinweise, dass bestimmte Stoffe – vor allem Nitrite – gesundheitlich problematisch sein können.
Quellen: Originalstudien
- The BMJ (2024) Food additive exposure and cancer risk in the NutriNet‑Santé cohort DOI: 10.1136/bmj‑2023‑078255
- Nature Communications (2024) Food additive exposure and type 2 diabetes risk in the NutriNet‑Santé cohort DOI: 10.1038/s41467‑023‑44413‑w
